Aussendung Herbst 2025

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6. Oktober 2025

Liebe Mitglieder! Sehr geehrte Interessent*innen!

Für andere da sein – Mut zum Gespräch und zu kleinen Gesten der Hilfe

Das Leben kann uns manchmal schwer treffen. Krankheit, das nahende Lebensende oder der Verlust eines geliebten Menschen bringen große Herausforderungen mit sich – sowohl für die Betroffenen als auch für ihr Umfeld. In solchen Momenten fragen sich vielleicht manche: Wie kann ich einem Menschen in der letzten Lebensphase begegnen? Wie spreche ich trauernde Menschen an? Was kann ich tun?
Doch unsere Erfahrung zeigt: Oft sind es nicht große Taten, sondern kleine Gesten und das offene Ohr, die den größten Unterschied machen. Es braucht keine großen Worte – vielmehr zählt die Haltung des Da-Seins.

Mut zum Ansprechen und Zuhören

Ein kurzes Gespräch, eine Nachfrage oder ein Zeichen der Anteilnahme kann sehr viel bewirken. Auch wenn die Worte zunächst schwerfallen – der Mut, den ersten Schritt zu machen, schenkt den Betroffenen Hoffnung.
Haben Sie den Mut, die Betroffenen anzusprechen. Z. B.: Möchtest du darüber sprechen? Was beschäftigt dich im Moment?
Manchmal reicht es schon, einfach da zu sein und zuzuhören. Menschen in Trauer oder Krankheit brauchen keine Lösungen, sondern Verständnis, Anteilnahme und das Gefühl, nicht allein zu sein.

Kleine Handlungen, große Wirkung

Auch kleine Taten können Trost spenden: eine kurze Nachricht, ein Besuch, eine Tasse Tee oder das Vorlesen einer Geschichte. Körperkontakt, eine liebevolle Berührung, gemeinsam essen und/oder trinken, ein gemeinsamer Spaziergang, den Einkauf erledigen, … zeigen Fürsorge und Zuwendung.

Respekt für Wünsche und Bedürfnisse
Jeder Mensch erlebt Krankheit, Abschied und Trauer anders. Manche möchten viele Menschen um sich haben, andere lieber Ruhe. Manche sprechen offen über ihre Situation, andere schweigen lieber. Wichtig ist, die Wünsche der Betroffenen zu achten und ihnen so viel Selbstbestimmung wie möglich zu lassen.
Beispiele:
• Sterbende Person: Es besteht der Wunsch, dass täglich ein bestimmtes Lied gespielt wird. Das Eingehen auf diesen Wunsch schenkt Trost und das Gefühl, wahrgenommen zu werden.
• Trauernde Person: Diese Person wünscht sich, allein in ihrem Zimmer Fotos anzuschauen und Erinnerungen zu ordnen. Das respektvolle Eingehen auf diesen Wunsch schafft Raum für persönliche Verarbeitung.

Für sich selbst sorgen
Menschen in jeder Phase zu begleiten kann berührend, aber auch belastend sein. Es ist wichtig, auch auf die eigenen Kräfte zu achten. Pausen zu machen, mit anderen zu sprechen oder sich zurückzuziehen ist kein Egoismus, sondern notwendig, um selbst in Balance zu bleiben. Haben Sie den Mut, andere Menschen in die Betreuung mit einzubeziehen.

Fazit
Jeder kann etwas tun – es braucht nur ein offenes Herz, Aufmerksamkeit und den Mut, den ersten Schritt zu machen. Seien Sie da, hören Sie zu, zeigen Sie Anteilnahme. Schon kleine Gesten können Trost spenden, Hoffnung geben und die Last des Alleinseins ein wenig leichter machen.

Terminvorschau:

30. Oktober – 09. November 2025: Der TrauerRaum in der Klosterkirche in Scheibbs ist tgl. von 08:00 – 18:00 Uhr geöffnet. EA vom Hospizverein und von der Pfarre Scheibbs sind von 09:00 – 11:00 Uhr und von 15:00 – 17:00 Uhr vor Ort und stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Der TrauerRaum ist ein Angebot, innezuhalten und der Trauer in kleinen Ritualen Ausdruck zu verleihen. Schenken Sie Ihrer Trauer Raum, um Trost zu finden.

Sollte Ihr Mitgliedsbeitrag für 2025 noch nicht einbezahlt sein, möchten wir Sie freundlich daran erinnern. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse am Hospizverein Scheibbs.

Mit herzlichen Grüßen

Mag.a Dr.in Helga Zellhofer eh. Regina Blümel, MSc eh.
Obfrau Koordinatorin